SG Orlen erhöht die Beiträge

„Das Interesse ist viel zu gering, obwohl ein wichtiges Thema auf dem Programm steht“, begrüßt der Vorsitzende der SG Orlen, Hans Körner, die Teilnehmer der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Sportvereins. Von den etwa 950 Vereinsmitgliedern sind gerade mal zwanzig ins Vereinsheim gekommen. Auf der Tagesordnung stehen an diesem Abend zwei Punkte: Die Abstimmungen darüber, ob ein eigener Tarif für passive Mitglieder eingeführt wird sowie über eine Erhöhung der Mitgliedsgebühren.

„Die Stadt ist auf alle Vereine zugekommen und hat uns erklärt, dass die Kosten für die Sportplätze und die Mehrzweckhallen zu hoch sind“, erläutert Schriftführer Markus Oberndörfer den Hintergrund. Eine Modellrechnung habe einen Mehrbedarf von jeweils bis zu 3000 Euro für die zukünftig fällige 50-prozentige Beteiligung des Vereins an den Betriebskosten des Fußballplatzes sowie der Zugmantelhalle ergeben. „Viele passive Mitglieder haben uns vor der Versammlung angesprochen und um die Möglichkeit eines eigenen Tarifs gebeten“, fügt Markus Oberndörfer hinzu. In der Vergangenheit hätten die derzeitigen Förderer des Vereins die Beitragsanpassungen stets mitgetragen. Noch nie seien diese jedoch so drastisch ausgefallen, wie die nun geplante Erhöhung von monatlich fünf auf sieben Euro für Jugendliche sowie von sechs auf neun Euro für Erwachsene. Für Familien soll weiterhin gelten, dass nur für die ersten beiden Mitglieder Beiträge erhoben werden. Daher sind von den insgesamt 950 Vereinsmitglieder nur etwa 800 zahlende.

Wenn am 1. März 2015 die Jahresbeiträge eingezogen werden, werden für Jugendliche sieben Euro pro Monat fällig. Erwachsene zahlen in Zukunft neun Euro pro Monat. Härtefallregelungen sind möglich. Der Familientarif setzt sich auch weiterhin aus den Beiträgen der ersten beiden Mitglieder zusammen. Alle weiteren Familienmitglieder sind dann beitragsfrei.

„Es wird in diesem Jahr, wie im vergangenen Jahr gerade so Null auf Null aufgehen“, verdeutlicht Kassierer Dirk Herzog. Wenn man nicht überlegen wolle, wo das durch die zukünftige Beteiligung an den Betriebskosten fehlende Geld einzusparen sei, müssen man die Mitgliedsbeiträge erhöhen. Die angeregte Diskussion unter den Teilnehmern dreht sich jedoch weniger um die Frage, ob die Beiträge erhöht werden sollen, sondern um die Form der Erhöhung. „Wir sind einer der günstigsten Vereine, die Taunusstein noch hat“, gibt Sonya Henneberg aus der Radsportabteilung zu bedenken. „Wer woanders hin wechselt, hat da die gleichen Probleme. Die Kosten werden überall höher“, fügt Gerhard Schauß hinzu. Über neue Modelle zur Finanzierung des Vereins macht sich Jörg-Michael Henneberg Gedanken. „Es gibt Vereine, die einzelne Kurse abrechnen“, gibt er ein Beispiel. Grundsätzlich sei man bereit, über solche Modelle nachzudenken, erklärt der stellvertretende Vorsitzende, Tobias Oellers. Derzeit sei aber noch nicht der richtige Zeitpunkt dafür, findet sein Vorstandskollege Markus Oberndörfer.

Werner Hebecker regt an, die passiven Mitglieder in die Beitragserhöhung einzubeziehen, diese aber insgesamt geringer ausfallen zu lassen. „Wer aktiv das Angebot nutzt, soll dafür zahlen. Passive machen nichts“, findet hingegen Werner Schilling, der für die Mitgliederverwaltung zuständig ist. Mit acht Nein- gegen fünf Ja-Stimmen wird am Ende die Einführung eines eigenen Tarifs für passive Mitglieder abgelehnt. Dieser hätte unverändert bleiben sollen. Die Beitragsanpassung, die demnach nun alle Vereinsmitglieder betrifft, wird dann bei zwei Enthaltungen einstimmig angenommen.

„Wir haben das jetzt für 900 Mitglieder entschieden“, betont Hans Körner am Ende der Sitzung. Er gehe davon aus, dass nun im Nachhinein noch einige Diskussionen auf die Mitglieder des Vorstands zu kommen werden.

Quelle: http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/untertaunus/taunusstein/sg-orlen-erhoeht-die-beitraege_14798872.htm

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